Geschichte

Die hier im Folgenden aufgeführten Angaben beruhen zum größten Teil auf Angaben der alten Bude-Homepage von Michael Heller. Er hatte bereits 1996 die Bude History ins Netz gestellt und einige Informationen zusammengetragen.

 

Es war einmal vor langer Zeit (ca. 1978), als eine handvoll Jugendlicher aus Gutenzell das Verlangen hatten, sich eine Bleibe zum gemeinsamen Zusammensein zu eröffnen. Das Gebäude war schnell gefunden. Es war eine Hütte im Hinterhof des Grundstücks der Fam. Gläser, in dem früher Schmalz hergestellt und gelagert wurde. Daraus entwickelte sich dann der bis heute bestehende Name.

 

Nach einiger Zeit wurde es den Besitzern des Grundstücks (und den Anwohnern) zuviel mit dem bunten Treiben und man musste umziehen. Karl Laux stellte ein ungenutztes Grundstück über den Dächern des Ortes zur Verfügung. Die dort zuerst genutzte Räumlichkeit war zunächst ein Viehwagen, der nach einiger Zeit durch einen neuen ersetzt wurde. Durch einen Schlag des Schicksals brannte dieser aber ab, das im Ort dadurch bemerkt wurde, das Verkohlte Blätter und Asche auf dem Sportplatz (und woanders) niedergingen.

Ohne die Hoffnung auf eine Bleibe zu verlieren baute man kurzerhand eine neue Bude auf die aber eher einem Holzverschlag glich. Nach längerem hin und her kam man dann zu dem Entschluss, eine neue, größere Bude zu bauen und brannte daher kurz entschlossen die bestehende ab. Die neu errichtete Bude war gigantisch: Ein Häuschen mit zwei Stockwerken und Bar. Doch auch dieser Neubau hatte nicht lange Bestand. Man hatte sich nämlich den Zorn eines hohen Tieres eingehandelt! Dieses hatte nämlich gesehen wie an die hundert Getränkekisten unten an der Straße umgeschlagen wurden (Bierwagen). Zu dieser Zeit waren in der Bude in Gutenzell fast jeden Abend 120 Leute (in den meisten Nachbargemeinden gab es zu dieser Zeit noch keine Bude wie das heute der Fall ist. So waren Personen aus dem ganzen Umkreis vertreten). Dem hohen Tier gefiel das ganze nicht so sonderlich gut und bat die Polizei dem ganzen doch ein Ende zu bereiten. Nach einigem hin und her musste die Bude abgerissen werden da für sie keine Baugenehmigung vorlag. Diesmal wurde sie aber nicht niedergebrannt, denn das Baumaterial wurde Recycelt und zwar im etwa 20m entfernten Eiskeller, der seitdem als Bude diente. Dies war im Jahr 1986. Nach einiger Zeit verlief sich aber dann das Interesse an der Bude und sie wurde vorübergehend stillgelegt.

Der Donnerstagstreff hatte sich bei der Jugend in Gutenzell etabliert. Man traf sich wöchentlich auf dem Gelände der alten Schmalzbude. Man suchte einen Platz für den Treff auch bei schlechter Witterung und beschloss daher die alte Bude wieder herzurichten. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten ging es mit vereinten Kräften wieder ans Werk. Zunächst mussten die sich im Keller verbreiteten Schimmelkulturen die sich auf einer Fläche von mehreren Quadratmetern und bis zu zehn Zentimetern dick an den Wänden verbreitet hatten entfernt werden. Es wurde gehämmert, geschrubbt und gestrichen und schon bald erstrahlte die Bude im neuen Glanz. Nach getaner Arbeit, so wird berichtet, wurden dann noch die zwei Jahre alten Schnapsbestände der alten Generation vernichtet.

Langsam kam die Bude wieder in Schwung, der Biermann frohlockte und die Gäste kamen wieder. Im Jahre 1992 war dann noch ein trauriger Fall zu beobachten. Ein leicht alkoholisierter Gast, den rituellen Pissbaum vernichtete (Der Pissbaum war ein verkrüppelter Holunderstrauch direkt vor der Bude, der trotz seines Alters kaum zwei Meter maß. Vielleicht zuviel Alkohol?). Die Bude hatte nach diesem Zwischenfall natürlich weiterhin bestand und es ging feucht-fröhlich weiter bis auch diese Generation die Bude verließ und sie diesmal aber direkt an die nächste ab und zwar im Jahr 1994.

 

Für die Vorgängergeneration entwickelte sich ein Trauerspiel. Alles was sie in mühsamer Arbeit aufgebaut hatten wurde nach und nach vernachlässigt und zerstört. Wo sie noch bis zur Morgenröte in der Bude saßen um dann in die Berufschule zu gehen machten die Nachfolger bereits um 22:00 Uhr dicht, an manchen Tagen war gar niemand da. So wurden dann auch Stammgäste vergrault und die Budefinanzen wurden allein durch die am Donnerstag abgehaltenen Geierabende des örtlichen Motorradclubs MC Geier über Wasser gehalten. Nach der einzig wirklich gelungenen Aktion dieser Generation, einem Waldfest mit Liveband vor der Bude, im Sommer 1995 übernahm die Vorgängergeneration die SBG wieder.

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Sie merkten aber, dass bei ihnen der Elan raus war. Es gab zwar wieder einen Aufschwung bei dem wieder einige Gäste kamen doch die verschiedenen Verpflichtungen ließen das Engagement für die Bude zurückstehen. So wurde zwar am 26.12.1995 noch die Bar im inneren der Bude um 90 Grad gedreht um eine größere Räumlichkeit zu erhalten aber ansonsten war ist nichts mehr zu vermelden. Im Frühjahr 1996 übergaben sie die Bude schweren Herzens an die übernächste Generation, in der Hoffnung auf Besserung.

 

Die Hoffnungen sahen sich anfangs glücklicherweise bestätigt, denn die neue Generation machte sich mit Fleiß an notwendige Reparaturen heran, besorgte Brennholz und veranstaltete kleinere Feste. Es kristallisierte sich aber allzu bald ein neues Problem heraus: Die Finanzen. Die üblichen Geierabende waren nur noch ein Schatten ihrer selbst, die Einnahmen der Feste waren kaum höher als die Ausgaben und unter der Woche war meist ein dickes Minus zu verzeichnen was auf die Zahlungsmoral einiger Mitglieder schließen lies. Es kam öfter vor, dass Geld von verschiedenen Budemitgliedern ausgelegt werden musste um überhaupt neue Getränke kaufen zu können. War dazu keiner bereit oder keiner gerade flüssig so gab es Wochenenden in der Bude wo man Trocken dasaß! Die Bude vergammelte zusehend und die jüngsten zur damaligen Zeit wurden zu allem übel auch noch für die Miesere verantwortlich gemacht! Nach einigen Beratungen unter diesen Jungen beschlossen sie das Ruder vorsichtig einmal selbst in die Hand zu nehmen und Organisierten im Herbst 1997 mit Hilfe von ein, zwei Helfern der Vorgängergeneration ein Fest.

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Sie wurden bei Bekanntgabe des Festes in der Bude von der herrschenden Generation nur verhöhnt und ausgelacht. Als sich der Festtermin dann aber näherte und es sich bereits abzeichnete dass das Feste die Dimensionen der bisherigen Feste übersteigen könnte waren auf einmal die Jungen aus ihrem Fest ausgeschlossen und die herrschenden Budemitglieder witterten das große Geld. Am Festtag war dann alles Chaotisch. Die Jungen halfen aus Protest den alten nicht bei den Vorbereitungen und diese wurden daher fast nicht fertig mit ihren Vorbereitungen. So wurde an diesem Abend die zweite Bar die aufgestellt wurde erst um 21:15 Uhr fertig gestellt als bereits die ersten Gäste anwesend waren. Das Chaos ging aber weiter. Die für den Einkauf verantwortlichen Personen hatten die Getränkemenge so kalkuliert wie bei ihren Festen seither. Sie wurden bald dafür bestraft. Bereits um 22:30 waren erste Schnapssorten ausverkauft und man schickte sich an, Nachschub von anderen Buden zu bekommen. Kaum mit dem Schnaps wieder auf dem Fest in Gutenzell musste schon eine andere Bude angefahren werden. An diesem Abend halfen ca. fünf Buden der SBG mit Getränken aus!!

In den Wochen nach diesem Fest wuchs die Spannung zwischen den beiden vertretenen Generationen zunehmend an und fand ihren Höhepunkt bei einer Geburtstagsparty Anfang Dezember 1997 mit der legendären Ketchupattacke. Das Band war endgültig zerschnitten, doch entwickelte sich das Schicksal zugunsten der Jungen. Durch einen geschickten Schachzug erhielten sie die (leere) Kasse der Schmalzbude. Weiteres handeln war geboten und so wurde mit den Einnahmen von Weihnachten ein neues Schloss installiert und die Schlüssel nur noch unter den Jungen verteilt. Dies kam einer Revolution gleich und das Schloss wurde von den Alten gewaltsam aufgebrochen. Die Jungen hielten aber dem Druck der Älteren stand, kauften ein neues Schloss und kontrollierten die Machenschaften der Alten.

Nach einiger Zeit beruhigte sich das Ganze. Die Bude war nun in den Händen einer neuen Generation, erstmals nicht freiwillig weitergegeben!

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Gestärkt aus ihrem errungenen Sieg ging es nun mit viel Elan zuerst einmal daran die Budefinanzen in Ordnung zu bringen. So wurde im Frühjahr das Traditionelle Tequila-Fest abgehalten was ein ähnlicher Erfolg war wie das Fest im Herbst. Der Geierabend wurde kurzzeitig wieder eingeführt und die Bude florierte. Im Sommer 1998 wurde eine neue Sommerbar gebaut und mit einem Fest eingewiehen. An Pfingsten 1999 wurde dann die baufällige Holzhütte abgerissen und durch eine neue ersetzt. Probleme bereitete den Budemitgliedern aber die Bausubstanz der Bude selber. Morsche Balken und Bretter, eine marode Elektrik und vor allem der überall vor sich hinwuchernder Schimmel. So fasste man den Entschluss im Sommer 2000 die Schmalzbude komplett zu sanieren. Die alte Bude wurde komplett herausgerissen, ein alter Kaminschacht wurde freigelegt und die Bude in einem völlig neuen Konzept wieder aufgebaut.

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Die entstanden Kosten für den Neubau waren dann allerdings höher als berechnet und so setzte man kurzerhand ein Fest an. Einerseits wegen dem Geld, andererseits um unter Zugzwang zu sein um die Bude möglichst bald fertigzubauen. Tatsächlich gelang es dann zwei Tage vor dem gesetzten Festtermin den Neubau als fertig zu erachten. Mit dem Geld vom Glosafescht im Winter 2000 wurde dann noch ein Luftentfeuchter gekauft der das bisherige Schimmelproblem im Keller beseitigte. Im Herbst 2001 wurde dann noch die Musikanlage erneuert.

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Im Laufe der Zeit wurde die Bude dann, wie es in Gutenzell nun mal so üblich ist, wieder übergeben. Als Wesentliche Baumaßnahme ist natürlich in diesem Zeitraum herauszustreichen dass im Mai 2003 eine neue und nun professionelle Spannungsversorgung von den Budemitgliedern verlegt wurde. Dazu musste ein (normgerechter) Graben von der Bude ab zum Gutenzeller Pumpenhäuschen gegraben werden, worin wir unser Erdkabel verlegten. Die Bude hatte somit ihren eigenen Stromanschluss und das leidige Thema mit Kabeltrommelverlegen bei Festen war damit Kabeltrommelverlegen bei Festen war damit auch zu Ende.

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Pünktlich zum neu verlegten Stromanschluss konnten wir im August 2003 unser 25-jähriges Jubiläum ausgiebig feiern. Zum einen wurde ein Jubiläumsfest, zu dem alle Dorfbewohner und Ehemaligen eingeladen wurden, in der Bude veranstaltet und zum anderen fand kurz darauf eine großangelegte Jubiläumsparty in der Turnhalle statt. Dies war unsere erste Party, die in diesem Stile abgehalten wurde und war sogleich ein voller Erfolg, wobei das Flair der allseits geliebten Budefeste schmerzlich vermisst wurde. Trotzdem zog man die Möglichkeit in Erwägung, dass zukünftig die größeren Partys öfters in der Halle veranstaltet werden könnten. Denn auf Grund der enorm angewachsenen Besucherzahl, die uns vor mangelnde Platzverhältnisse und härtere Auflagen stellte, erschwerte es uns aufs äußerste, Feste in diesem Rahmen in der Bude feiern zu können. Die kleineren Feste (wie z.B. Oktoberfest, Geburtstage, Silvester, uvm.) wurden selbstverständlich in üblicher Budemanier ausgiebig gefeiert. So wurde die Mexico Party 2005 (ehemals Tequilafest), auf Grund kommunalpolitischer Ansichten mit neuem Namen, erstmals in der Halle abgehalten und stellte sich als durchschlagendes Event heraus.

In den Weihnachtsferien 2005/2006 wurde nun ein weiteres störendes Thema angegangen. Durch die Kellersituation herrschte meist etwas schlechte Luft in der Bude, hauptsächlich durch den Zigarettenrauch bedingt. Eine Lüftungsanlage mit verschiedenen Ventilatoren wurde eingebaut was dem Problem Abhilfe leistete. Leider währte die Freude nicht allzu lange, denn am 14.01.2006 zerstörte ein Vollbrand unsere schöne Bude vollständig; Brandursache unbekannt.

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Schnell war allen klar, dass es irgendwie weitergehen musste. Freundlicherweise stellte uns die Familie Schmid ihr altes Bauernhaus zur Verfügung, das als Übergangslösung gedacht war und wir so einen Ort hatten, an dem wir uns weiterhin treffen konnten. Als dann feststand, dass wir nicht wieder in den Keller zurück konnten, musste eine neue Lösung her.

Zusammen mit der Gemeinde fand man schließlich einen neuen Platz, unterhalb vom Tennisplatz, bei Dissenhausen. Im Oktober 2006 begannen dann endlich die Bauarbeiten unserer neuen Bude. In der Bauphase machten wir dann natürlich weiterhin Fester in der Turnhalle, unter anderem erstmals die Uboot-Party, um die ständig anfallenden Baukosten decken zu können. Nach einiger Zeit konnten auch schon wieder kleinere Partys im Rohbau gefeiert werden. Und so wurde fortlaufend gebaut, gerackert und geschuftet, immer mit dem Ziel vor Augen, bald eine neue, eine eigene Bude zu haben.

Nach gut einem Jahr war es dann geschafft. Die letzten Schritte auf dem Weg zu unserer neuen Schmalzbude waren getan. In den letzten Monaten wurde sehr viel geplant, organisiert und letztendlich auch in die Tat umgesetzt, so dass wir letztendlich Ende Oktober 2007 bereit zum Einzug waren. Diese enorme Leistung wäre ohne die tatkräftige Unterstützung der gesamten Gemeinde nicht möglich gewesen. Wir nahmen dies zum Anlass ein kleines Einweihungsfest für alle Helfer und die Gemeinde zu organisieren, um für deren Unterstützung Danke zu sagen. Somit hatten wir ab sofort wieder einen festen Ort, wo wir uns regelmäßig treffen und Feste feiern konnten.

To be continued.....................